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Future Bodies from a Recent Past—Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren

Symposium | Online | 21.–23. Januar 2021

fünf mechanische Hände aus Metall, die verschiedene Gesten zeigen

Die Skulptur der Gegenwart ist bevölkert von hybriden Techno-Körpern. Doch solche Verbindungen von Technologie und Körper reichen bis weit in die Moderne zurück. Das Symposium geht diesen Bezugslinien nach: Wie kann Skulptur in Relation zu technologischen Entwicklungen gedacht und definiert werden? In welchem Verhältnis stehen diese wiederum zu sich wandelnden Vorstellungen von Körpern und Körperlichkeit? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für eine zeitgenössische Theorie der Skulptur? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der Diskussion mit führenden Theoretiker:innen verschiedener Disziplinen.

Über das Symposium

Der menschliche Körper wird von äußeren Einflüssen durchdrungen und geformt. Welch fundamentale Bedeutung die rasante Technisierung unserer Lebenswelt auf unsere Körper hat – und haben wird –, ist ebenso evident wie unabsehbar. Seit der Industrialisierung wird technologischer Fortschritt mit Modernisierungs- und Freiheitsversprechen in Verbindung gebracht und gleichzeitig als Ursache der Entfremdung des Menschen von seiner „Natur“ angeführt. Dies gilt auch und gerade für den Übergang vom „mechanischen“ zum „Informationszeitalter“, der sich in den 1950er-Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit und auf breiter Ebene manifestiert. Die Vernetzung von Körpern mit technologischen Dispositiven, aber auch Optimierungen beziehungsweise Erweiterungen von Körper und Geist sind längst Realität geworden. Sie stehen ebenso sehr für eine grundlegende Redefinition des Menschen wie für apokalyptische Visionen seiner ultimativen Überwindung. Die Technologie durchdringt den Körper, der Körper durchdringt die Technologie.

 

Das groß angelegte Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Future Bodies from a Recent Past—Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren“ rückt dieses Thema in den Fokus kunstwissenschaftlicher Forschung. Ziel ist es, das Verhältnis von Skulptur und Körper vor dem Hintergrund der eingangs skizzierten, sich wandelnden utopischen und dystopischen Möglichkeitsräume zu diskutieren. Was für die Kunst der Gegenwart und insbesondere die postdigitalen Praktiken mit ihren rematerialisierten Avataren und Technokörpern unmittelbar einleuchtet, lässt sich als eine bisher wenig beachtete Kunst- und insbesondere Skulpturgeschichte bis in die Anfänge der Moderne zurückverfolgen.

Diese Geschichte der Skulptur ist eine der Hybridisierung und der Demontage ihrer behaupteten Autonomie, die bereits weit vor den historisierten Narrativen der Auflösung des Mediums in den 1960er-Jahren einsetzt und sich in den Formen des Skulpturalen bis in die Gegenwart fortschreibt. Dabei rückt die Widerständigkeit skulpturaler Kategorien – Räumlichkeit, Plastizität, Bewegung/Animation und Form/Materialität, aber auch die ihr eigenen Formen von Körperlichkeit – in den Fokus der Betrachtung.

 

Wie kann Skulptur in Bezug zu spezifischen technologischen Entwicklungen, aber auch zu sozialen, politischen und wissenschaftlichen Umbrüchen gedacht und definiert werden? In welcher Relation steht die Skulptur zu sich verändernden Konzepten von Körpern und Körperlichkeit? Wie inhärent ist das Technologische dem skulpturalen Körper und in welchem Maß prägen grundlegende Neuerungen von Materialien und Produktionstechniken dieses Verhältnis? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für eine Theorie der Skulptur der Gegenwart?

Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des dreitägigen, internationalen Symposiums (in englischer Sprache) diskutiert. Führende Theoretiker:innen verschiedener Disziplinen gehen den Bezugslinien von Technologie, Körper und Skulptur aus Sicht der Kunstgeschichte, Philosophie, Medien- und Literaturwissenschaften, Soziologie und Wissenschaftsgeschichte nach. Den historischen Ausgangspunkt des Symposiums bilden die 1950er-Jahre, denn in dieser Zeit vollzieht sich der Übergang zum Informationsparadigma, das mit seinen fundamentalen Neustrukturierungen von Körper, Technik und Gesellschaft die Gegenwart bestimmt, in breiten gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Mit Beiträgen zu einzelnen künstlerischen Positionen und spezifischen Themenkomplexen, wie dem Einfluss sich wandelnder Produktionstechnologien, Materialitäten und Körperbegriffe auf die Skulptur, aber auch interdisziplinären Betrachtungen von Körper-Technologie-Relationen, wird eine multiperspektivische Skulpturgeschichte der Gegenwart skizziert.

 

Das Symposium findet im Vorlauf zur gleichnamigen Ausstellung statt, die im Frühsommer 2022 im Museum Brandhorst eröffnet und mit Werken von rund 100 internationalen Künstler:innen den Interdependenzen zwischen Skulptur, Körper und Technologie seit den 1950er-Jahren bis in Gegenwart nachgehen wird.

 

„Future Bodies from a Recent Past—Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren“ wird organisiert von Patrizia Dander, leitende Kuratorin, und Franziska Linhardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin, unterstützt durch Lena Tilk. Die Beiträge werden über den Youtube-Kanal des Museums Brandhorst gestreamt und anschließend auf der Website des Museums zugänglich gemacht.

 

Das Symposium findet in Kooperation mit dem Studienzentrum zur Kunst der Moderne und Gegenwart im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München statt, wo es von Onlinevorträgen von Christiane Paul und Mercedes Bunz zum Thema „Kunst und künstliche Intelligenz“, organisiert von Ursula Ströbele, gerahmt wird.

 

„Future Bodies from a Recent Past—Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren“ wird großzügig gefördert von der ERES-Stiftung und PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.

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“Science and technology, the handmaidens of materialism, not only tell us most of what we know about the world, they constantly alter our relationship to ourselves and our surroundings.”

Jack Burnham, 1968

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Fabrikgelände mit großen Stahlblechskulpturen, in denen sich ein Mensch fortbewegen kann

“The cyborg is our ontology; it gives us our politics.”

Donna Haraway, 1985

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