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Ausstellungsreihe „Spot On"

Jana Euler & Thomas Eggerer

Installationsansicht

Unter dem Titel „Spot On“ werden in zwei Räumen im Erdgeschoss sowie in den Medienräumen im Untergeschoss jüngst erworbene Werkblöcke von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. Die Einzel- beziehungsweise Zweierpräsentationen wechseln über das Jubiläumsjahr und die dazugehörige Ausstellung „Forever Young – 10 Jahre Museum Brandhorst“ hinweg.

Von 17. Januar bis 19. April 2020 werden im Saal 0.8 des Museums Brandhorst Werke von Jana Euler und Thomas Eggerer gezeigt. Beide beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit malerischen Ausdrucksformen von männlicher Dominanz.



Abb.: Thomas Eggerer, Spill, 2017; Jana Euler, GWF 5 und GWF 7, 2019; Foto: Margarita Platis, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München; Courtesy of the artists

Ausstellungsinfo

Zeitraum

bis

Dauer

ca. 15 Minuten

Kuratiert von

Dr. Monika Bayer-Wermuth

Über die Ausstellung

Große malerische Gesten und Auftritte werden oftmals dem Männlichen zugeschrieben. Duktus, Format, Farbauftrag, aber auch Motive, selbst ganze Malstile – denkt man an den Abstrakten Expressionismus – werden mit einer Vorstellung von Maskulinität verknüpft. Daraus resultierte ein Selbstverständnis der Malerei, das von schaffender wie von betrachtender Seite gleichermaßen genährt wurde. Jana Euler und Thomas Eggerer spielen in ihren Werken auf ganz unterschiedliche Weise auf solche malerische Ausdrucksformen von männlicher Dominanz an.

 

Eulers „GWF“-Serie (2019), in der die Künstlerin großformatig Haie porträtiert, erfüllt diese Malereiklischees und torpediert sie zugleich. Die phallisch aufragenden Körper wirken nicht mehr bedrohlich, sondern geradezu verunsichert. Statt Souveränität und Macht zu vermitteln, wirkt das Furcht einflößende Subjekt fast schon ängstlich. Die malerischen Variationen, die Euler dabei durchexerziert, werden Teil des Arguments. Die „Great White Fear“, die Angst des Weißen Mannes vor dem unbekannten Anderen, drängt sich in den Vordergrund. Die Haie mit ihren anthropomorphisierten Gesichtern werden zum humoristischen Spiegelbild unterschiedlicher Neurosen – ein Ausdruck, der auf einen gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsel übertragbar ist.

 

Mit seiner Arbeit „Waterworld“ (2015) scheint Eggerer die in Eulers Werken verortete Aggression maximal zu kontrastieren. Seine Badenden waten und paddeln ruhig durchs Wasser und rufen Szenen bürgerlichen Lustwandelns aus der Malereigeschichte der Moderne auf. Allerdings sehen seine Figuren beinahe identisch aus und sind durch das den Bildraum vollkommen einnehmende Wasser jeder räumlichen Perspektive beraubt. Damit bricht er den Eindruck einer sozialen Struktur: Übrig bleibt das isolierte Nebeneinander ausschließlich männlicher Weißer Figuren. Der vermeintlichen Individualität steht eine Gleichförmigkeit entgegen, die sich – nicht ohne Ironie – auf viele gesellschaftliche Strukturen anwenden lässt.

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