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Dauerausstellung

Cy Twombly im Museum Brandhorst

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Info
Dauerausstellung

Cy Twombly im Museum Brandhorst

Cy Twombly , Lepanto VII, 2001, UAB 475aus der Sammlung Brandhorst

Das Museum Brandhorst in München verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen von Werken des US-amerikanischen Künstlers Cy Twombly (1928 – 2011). Ihm ist die Ausstellung im gesamten Obergeschoss des Museums gewidmet. Zu den Highlights des einzigartigen Bestandes zählt neben dem Rosensaal der Lepanto-Zyklus mit einem eigens dafür geschaffenen Raum.

Ausstellungs­info

Zeitraum

Seit

Dauer

ca. 90 Minuten

Kuratiert von

Achim Hochdörfer

Über die Ausstellung

Die Ausstellung im Obergeschoss spannt einen umfassenden Bogen von den Frühwerken Cy Twomblys bis zu seinen letzten Arbeiten. Aufgeladene, abstrakte Formen, malerische Gesten und Annäherungen an das Schreiben sind wiederkehrende Motive im Œuvre Twomblys. Die auf zumeist weißen, oft verschmutzt wirkenden Bildgründen aufgetragenen krakeligen Linien lassen dabei an New Yorker Graffiti ebenso denken wie an Inschriften und Einritzungen römischer Ruinen. Diese und weitere Anspielungen auf seine Wahlheimat Italien und die mediterrane Kultur sind als Topoi in seinen Werken zu finden.

Ausstellungsansicht Museum brandhorst mit Werken von Cy Twombly Wie die Sammlung Brandhorst ins Museum fand
Ausstellungsansicht Museum Brandhorst mit Werken von Cy Twombly Architektur von Sauerbruch & Hutton
Cy Twombly, Untitled, 2005, UAB 489aus der Sammlung Brandhorst
Installationsansicht Cy Twombly im Museum Brandhorst
Cy Twombly, Rotalla, 1986/1990, UAB 463aus der Sammlung Brandhorst
Skultpur der Künstlers Cy Twombly aus weißen gips in rechteckiger Form mit farbigen Blumeartigen Elementen

Der „Lepanto“-Zyklus

Der monumentale „Lepanto“-Zyklus (2001) ist ein Hauptwerk Cy Twomblys, bestehend aus zwölf Gemälden, die dauerhaft im Lepanto-Saal im Museum Brandhorst ausgestellt werden. Der Saal wurde nach den Wünschen des Künstlers eingerichtet. Ungewöhnliche Farbakkorde in einer breiten Palette von Gelb-, Rot-, Türkis- und Aquamarintönen bestimmen die Dramatik der Bildfolge, die eine der symbolträchtigsten Seeschlachten der Geschichte thematisiert: Am 7. Oktober 1571 besiegte die Heilige Liga, eine Allianz aus spanischen, venezianischen und päpstlichen Truppen die  Flotte der Osmanen bei Lepanto (dem heutigen Naupaktos) am Golf von Korinth.

 

Die Bilder sind in abwechselnder Folge von Einzelmotiven und Serien gestaltet: Das erste, vierte, achte und zwölfte Gemälde erscheinen wie Blicke auf Bootsrümpfe aus der Vogelperspektive, die durch die Farbigkeit zugleich den Eindruck von Flammen oder klaffenden Wunden erwecken. In den drei dazwischenliegenden Sequenzen deutet sich die Dramaturgie einer Schlacht an: Von der gespannten Ruhe vor Beginn der Auseinandersetzung über die Farbexplosionen im Zentrum bis hin zu den rot eingefärbten Tafeln am Ende. Bei Twombly entfällt eine Parteinahme: die Schiffe formen keine gegnerischen Flotten, sie kämpfen und siegen nicht, sie verbrennen nur und versinken in den meerblauen Lasuren.

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Installationsansicht von Cy Twomblys Lepantosaal im Museum Brandhorst in München
Ausstellungsansicht Lepanto-Saal von Cy Twombly im Museum Brandhorst in München
Besucherin im Museum Brandhorst im Lepanto Saal von Cy Twombly
Installationsansicht von Cy Twomblys Lepantosaal im Museum Brandhorst in München
Installationsansicht von Cy Twomblys Lepantosaal im Museum Brandhorst in München

Der Rosen-Saal

Eigens für den Saal im Museum Brandhorst schuf Cy Twombly 2008 eine Serie aus sechs Malereien mit dem Titel „Untitled (Roses)“. Diese Inszenierung im Raum ist durch die gegenseitige Wirkung und Abstimmung zwischen Architektur und Kunst einzigartig. Die großen Gemälde zeigen eine Reihe von abstrahierten Rosen, die sich aus überlagernden Flächen und Pinselstrichen zusammensetzen. In kräftigen Farbtönen in Rot, Pink, Blau, Gelb und Grün fließen unzählige Schlieren über die Leinwand und bestärken die Kraft und Intensität der Motive malerisch.

 

Blumen und die Auseinandersetzung mit ihrer kulturhistorischen Bedeutung nehmen im Werk von Cy Twombly eine herausragende Stellung ein. Wie bei vielen seiner Werke hat Twombly auch den Rosen literarische Bezüge beigefügt, die eine kleine „Kulturgeschichte der Rose“ erzählen. Cy Twombly verwendet Gedichte von Rilke, Eliot, Dickinson und Bachmann und spielt dabei auf ganz unterschiedliche Themen wie Erinnerung, Schönheit, Erotik, Einsamkeit, Verletzlichkeit oder Tod an.

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Rosensaal von Cy Twombly im Museum Brandhorst
Besucherin im Museum Brandhorst vor Werken von Cy Twombly Rosensaal
Ausstellungsansicht Museum brandhorst mit Werken von Cy Twombly Rosensaal 'Forever Young - 10 Jahre Museum Brandhorst'

Rahmenprogramm

Einstiegsführung

Highlights Museum Brandhorst

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Führung

Eine Stunde mit… Monika Bayer-Wermuth, Kuratorin

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„Für mich ist die Vergangenheit die Quelle, denn alle Kunst ist im Wesentlichen zeitgenössisch.“

Cy Twombly

Cy Twombly in der Sammlung Brandhorst

Nachdem Udo Brandhorst 1967 eine erste Arbeit von Cy Twombly in München erstanden hatte, stand Twombly auch am Beginn und im Zentrum der Sammelleidenschaft des Sammlerpaars: Im Laufe der 1970er-Jahre erwarben sie nach und nach weitere Zeichnungen und Gemälde, seit den späten 1980ern auch Skulpturen. Diese kontinuierlichen Ankäufe versetzen das Museum Brandhorst in die Lage, einen Überblick über Twomblys gesamtes Schaffen, von den 1950er-Jahren bis zu seinen allerletzten Werken, zu bieten. Zwischen dem Paar und Twombly entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die auch dazu führte, dass die Brandhorsts viele seiner Arbeiten bereits in seinem Studio zu sehen bekamen.

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Kunstwerke On-View

Cy Twombly , Untitled (Roses), 2008, UAB 648
Cy Twombly Untitled (Roses), 2008
Cy Twombly, Untitled (Roses), 2008, UAB 644aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Roses), 2008
Cy Twombly, Untitled (Roses), 2008, UAB 643Rosensaal im Museum Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Roses), 2008
Cy Twombly , Untitled (Roses), 2008, UAB 645
Cy Twombly Untitled (Roses), 2008
Cy Twombly, Untitled (Roses), 2008, UAB 646aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Roses), 2008
Cy Twombly, Untitled (Roses), 2008, UAB 647aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Roses), 2008
Cy Twombly, Untitled (Camino Real), UAB 806aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Camino Real), 2011
Cy Twombly, Lepanto I, 2001, UAB 469Lepanto Zyklus aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto I, 2001
Cy Twombly , Lepanto VII, 2001, UAB 475aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto VII, 2001
Cy Twombly, Lepanto IV, 2001, UAB 472aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto IV, 2001
Cy Twombly , Lepanto VIII, 2001, UAB 476aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto VIII, 2001
Cy Twombly , Lepanto XI, 2001, UAB 479aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto XI, 2001
Cy Twombly , Lepanto XII, 2001, UAB 480aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto XII, 2001
Cy Twombly , Lepanto V, 2001, UAB 473Lepanto Zyklus aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto V, 2001
Cy Twombly , Lepanto II, 2001, UAB 470Lepanto Zyklus aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto II, 2001
Cy Twombly , Lepanto III, 2001, UAB 471aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto III, 2001
Cy Twombly, Lepanto IX, 2001, UAB 477Lepanto Zyklus aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto IX, 2001
Cy Twombly , Lepanto VI, 2001, UAB 474Lepanto Zyklus aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto VI, 2001
Cy Twombly , Lepanto X, 2001, UAB 478Lepanto Zyklus aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Lepanto X, 2001
Cy Twombly, Untitled (Capri), 1960, UAB 442aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Capri), 1960
Cy Twombly, Untitled (New York City), 1968, UAB 448aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (New York City), 1968
Cy Twombly, Winter's Passage: Luxor (Rome), 1985, UAB 461aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Winter’s Passage: Luxor (Rome), 1985
Cy Twombly, Untitled (Bacchus), 2005, UAB 488aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Bacchus), 2005
Cy Twombly, Untitles (Geata), 1992, UAB 467aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Gaeta), 1992
Cy Twombly, Untitles (OM MA NI PAD ME HUM), 2000, UAB 649aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (“Om Ma Ni Pad Me Hum”) (Lexington), 2000
Cy Twombly, Untitled ('In Memory of Alvaro de Campos') (Lexington), 2002, UAB 652aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (“In Memory of Alvaro De Campos”) (Lexington), 2002
Cy Twombly, Untitled ('In Memory of Babur“) (Lexington), 2000, UAB 658aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (“In Memory of Babur”) (Lexington), 2000
Cy Twombly, Untitled ('THE MATHEMATICAL DREAM OF ASHURBANIPAL') (Lexington), 2000, UAB 657aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled („THE MATHEMATICAL DREAM OF ASHURBANIPAL“) (Lexington), 2000
Cy Twombly, Untitled (Bacchus), 2005, UAB 487aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Bacchus), 2005
Cy Twombly, Untitled (Gaeta), 1993, UAB 468aus der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Untitled (Gaeta), 1993
Werkabbildung Cy Twombly, Bacchanalia - Fall (5 Days in October), 1977 im Museum Brandhorst in München Teil der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Bacchanalia – Fall (5 Days in October), 1977
Werkabbildung Cy Twombly, Bacchanalia - Fall (5 Days in November), 1977 im Museum Brandhorst in München Teil der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Bacchanalia – Fall (5 Days in November), 1977
Werkabbildung Cy Twombly, Bacchanalia - Winter (5 Days in January), 1977 im Museum Brandhorst in München Teil der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Bacchanalia – Winter (5 Days in January), 1977
Werkabbildung Cy Twombly, Bacchanalia - Winter (5 Days in February), 1977 im Museum Brandhorst in München Teil der Sammlung Brandhorst
Cy Twombly Bacchanalia – Winter (5 Days in February), 1977

Cy Twombly in München

Cy Twomblys Verbundenheit mit der bayerischen Metropole reicht bis in die 1960er-Jahre zurück. Er schätzte das südliche Flair der Stadt, deren Geistes- und Alltagsleben ja bis in die Stadtplanung hinein von einer ausgesprochenen Nähe zur Italianità geprägt ist, die mit derjenigen des bereits 1957 nach Rom übersiedelten Künstlers korrespondierte. Er liebte die Museen, insbesondere die Glyptothek und die Alte Pinakothek, und stellte gerne und häufig seine Kunst in München aus. Neue Werkgruppen waren hier regelmäßig in Galerie-Ausstellungen zu sehen; 1973 fand eine seiner ersten institutionellen Einzelausstellungen im Lenbachhaus statt, und sein monumentaler Lepanto-Zyklus hatte 2002 einen großartigen Auftritt in der Alten Pinakothek. Einzelne Werke Twomblys sind inspiriert von T. S. Elliots „The Waste Land“ – ein Lieblingsgedicht von Twombly, das mit einer Hommage an München einsetzt:

 

„April ist der grausamste Monat, er treibt Flieder aus toter Erde, er mischt Erinnern und Begehren […]
Sommer überfiel uns, kam über den Starnbergersee
Mit Regenschauer; wir rasteten im Säulengang
Und schritten weiter im Sonnenlicht in den Hofgarten,
Tranken Kaffee und plauderten eine Stunde. […]“

 

T. S. Elliot, „The Waste Land“, 1922

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