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Info
Portrait von Ursula Ströbele
Sprecher:in | Ursula Ströbele

Vom Körper zur Maschine: Skulptur in Zeiten technologischen Wandels

Die Skulptur wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren auf praktischer wie theoretischer Ebene grundlegenden Veränderungen unterzogen, die verschiedene Medien, Techniken und konzeptuelle Ansätze miteinander vereinten. Ihr theoretischer Diskurs war historisch beeinflusst von Topoi wie dem Pygmalion-Mythos oder dem Paragone und zog Parallelen zu anderen Kunstgattungen. In neueren Diskussionen hingegen wurden medienspezifische Aspekte wie Räumlichkeit, Plastizität und Zeitlichkeit hervorgehoben und Überlegungen aus phänomenologischer, diskursanalytischer und bildtheoretischer Sicht miteinbezogen. Der Körper – ob menschlich oder nicht menschlich – war seit jeher ein zentrales Thema. Jack Burnham verband in seinem 1968 erschienenen Buch „Beyond Modern Sculpture“ die Geschichte der Bildhauerei mit der Technologie und löste sie somit vom Anthropomorphismus. Ihm zufolge muss die Entwicklungsgeschichte der Skulptur, die im produktiven Austausch mit technisch-wissenschaftlichen Errungenschaften ihrer Zeit kulminiert, auch Positionen jenseits des konventionellen Kanons berücksichtigen: Puppen, Automaten, Kinetik und kybernetische Kunst („Cyborg Art“). Rosalind Krauss veröffentlichte 1979 ihr einflussreiches Diagramm der „Skulptur im erweiterten Feld“, in dem sie ein strukturelles Verständnis von Skulptur jenseits materialspezifischer Fragen entwickelte und somit ein postmodernistisches (postmediales) Feld des „Skulpturalen“ eröffnete. Diesem Narrativ folgend, soll es in dem Beitrag darum gehen, relevante Theorien der Skulptur im Rahmen historischer und zeitgenössischer Veränderungen zu diskutieren sowie Verbindungen zwischen Körper und Maschine zu betrachten, einschließlich Phänomenen wie digitalen, virtuellen und durch 3-D-Druck geschaffenen Skulpturen.

Über Ursula Ströbele

Ursula Ströbele ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München und leitet dort das Studienzentrum zur Kunst der Moderne und Gegenwart. Zuvor arbeitete sie an der Universität der Künste Berlin (2012–2018), wo sie das wissenschaftliche Netzwerk „Theorie der Skulptur“ mitbegründete. 2019 war sie kuratorische Leiterin des Kunstvereins Arnsberg. 2020 wurde sie in Düsseldorf mit der Arbeit „Erweiterung des Skulpturalen. Analysen und Theorien aktueller Grenzphänomene. ‚Non-Human Living Sculptures‘ seit den 1960er-Jahren. Hans Haacke und Pierre Huyghe“ habilitiert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die französische Barockplastik, Bildhauerei im 20. und 21. Jahrhundert, u. a. digitale Phänomene des Skulpturalen, Ateliergeschichte, Ausstellungspraxis und Vermittlung, Kunst und Ökologie.