Mai Alzato Pietra Su Pietra, 1968
Informationen zum Kunstwerk
- Übersetzter TitelNie Stein auf Stein gehoben
- MaterialLeuchtröhren, Textilgewebe, Naturfaserfüllung, Schaumstoff, Metallrohre, Schweißgitter, Stromkabel, Transformator
- MaßeØ 200 cm
- Erwerbsjahr1986
- InventarnummerB 911
- AusgestelltAktuell ausgestellt
- Copyright© Mario Merz. VG Bild-Kunst, Bonn [2025]. Foto: Dirk Tacke, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
Mehr über das Werk
Mitte der 1960er-Jahre entstand in Italien die Bewegung der Arte Povera. Sie verband Kunst und Leben, setzte auf einfache, oft recycelte Materialien und stellte der Logik von Konsum und Industriekapitalismus mythische und poetische Vorstellungen entgegen. Einer ihrer zentralen Protagonist:innen war Mario Merz, der in der Autostadt Turin, Sinnbild industriellen Fortschritts, arbeitete. Merz verstand seine Kunst als Kritik an der Entfremdung der hoch industrialisierten Nachkriegsgesellschaft. Statt auf Glanz und Effizienz setzte er auf elementare Erfahrungen wie Bauen und Wohnen, die er mit einer existenziellen, fast schamanischen Dimension verband. Dafür sah er raumbezogene Arbeiten geeigneter als das klassische Gemälde. Ein zentrales Motiv wurde das Iglu, das zugleich auf die Anfange menschlicher Kultur wie auf mögliche dystopische Zukünfte verweist. Als Form verbindet es das Mathematische mit dem Organischen, Ruhe und Bewegung. Bekrönt von einem Neonschriftzug, der die Last der Arbeit ironisch negiert („Nie Stein auf Stein gehoben”), regt das Iglu zum Nachdenken über Architektur als elementare Schutzform und über Utopien jenseits der Konsumlogik an.