Long Sorrow, 2005
Informationen zum Kunstwerk
- Übersetzter TitelLanger Jammer
- MaterialVideo (digitalisiert), Projektion, Farbe, Ton (stereo)
- AuflageAP 2/3 (aus einer Edition von 6)
- Dauer12:57
- Erwerbsjahr2009
- InventarnummerUAB 661
- AusgestelltAktuell ausgestellt
- Copyright© Anri Sala, VG Bild-Kunst, Bonn
Mehr über das Werk
Anri Salas Filme, Fotografien und Videos loten die Grenzen von Geschichte und Geografie aus, häufig aus der Perspektive von randständigen Figuren, die beiläufig zu Protagonist:innen kollektiver Dramen werden.
In Salas Videoarbeit „Long Sorrow“ tritt der bekannte Free-Jazz-Saxofonist Jemeel Moondoc auf. Er spielt sein Instrument in schwindelerregender Höhe vor dem Fenster des 18. Stocks eines trist wirkenden Plattenbaus, gewissermaßen dem zweiten Protagonisten des Films. Das gut 700 Meter lange Gebäude, eine Großsiedlung für rund 50 000 Menschen im Märkischen Viertel im Norden Berlins, wurde nach dem Entwurf des Lyoner Corbusier-Schüler René Gagès und des Berliner Architekten Volker Theißen im Jahr 1968 fertiggestellt. Obgleich seine Bewohner:innen ihm dem Spitznamen „Langer Jammer“ – auf Englisch ,Long Sorrow‛ – verpassten, erfreut sich das Gebäude bis heute großer Beliebtheit. Der Name wurde zum Werktitel für Salas teil dokumentarischen, teil metaphorischen Film und lässt sich zugleich als Devise für Moondocs musikalische Improvisation lesen.