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Text & Bild

Kunst wird betrachtet – und manchmal auch gelesen! Einzelne Wörter und Buchstaben, Gedichte, Bücher von Künstler:innen oder unleserliches Gekrakel: Wie wird aus Texten und Schrift zeitgenössische Kunst? Was lässt sich lesen, entziffern und was bleibt unverständlich? Und braucht es immer Buchstaben und Worte, um eine Botschaft zu transportieren?

Welche Texte inspirieren dich?

Texte können Ausgangspunkt für künstlerische Produktion sein. Gedichte, Popsongs, Essays, Manifeste – der Weg vom Text zum Bild hat in der bildenden Kunst eine lange Geschichte. Worte, Literatur, Gedichte, aber auch wissenschaftliche Texte sind für viele Künstler:innen eine Quelle der Inspiration. Was ist so attraktiv an Texten oder einem Ereignis, dass wir so gerne in verschiedenen Medien darauf zurückgreifen? Welche Zeilen gingen dir zuletzt nicht mehr aus dem Kopf?

Künstler:in Factory

Künstler:in Jutta Koether

wurde 1958 in Köln geboren.

Künstler:in Factory

Künstler:in Cy Twombly

wurde 1928 in Lexington in Virginia in den Vereinigten Staaten geboren und starb 2011 in Rom.

Kunstwerk Factory

Kunstwerk Cy Twombly, Untitled (Rosen), 2008

Tropfende, fließende Farbe, energiegeladene gelb-orangerote Kringel, kombiniert Cy mit zarter, krakeliger Handschrift. Vier großformatige Rosen in Blüte füllen die Holztafeln. Erst wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man die vielen Details, vor allem die Gedichte, die der Künstler auf die Leinwände geschrieben hat. Sie sind Teil einer Gemäldeserie, die Cy Twombly der Rose widmet.

Was bevorzugst du: Schrift oder Bild?

Wir schreiben täglich, um uns mitzuteilen, Dinge zu beschreiben oder festzuhalten. Das Schreiben hilft zu strukturieren und zu ordnen. Manchmal macht es aber auch Mühe, die Texte anderer zu entziffern. Bilder scheinen alles viel direkter auf den Punkt zu bringen. Comics nutzen das ganz aktiv und setzen oft wenig Text neben viel Bildaktion. Text kann aber auch das zentrale Motiv eines Bildes sein, wie im Fall des amerikanischen Künstlers Ed Ruscha. In seinen Wort-Bildern erscheinen die Wörter als Hauptfiguren mit eigenen Charaktereigenschaften. Hast du schon mal ein Bild nur aus Schriftzeichen gemalt? Was passiert dann zwischen den Bild- und Textelementen?

Künstler:in Factory

Künstler:in Jutta Koether

wurde 1958 in Köln geboren.

Kunstwerk Factory

Kunstwerk Cy Twombly, Untitled (New York City), 1968

Wie eine Schiefertafel wirkt die Trockenheit der dunkelgrauen Bildfläche, ihre Größe gleicht der einer Schultafel. Darauf weiße unregelmäßige Linien und hellgraue Farbsprenkel. Die Linien in „Untitled (New York City)“ verlaufen in einem Zug vom linken bis zum rechten Bildrand. Jeder einzelne Strich registriert, dass und wie der Künstler an der Leinwand entlanggegangen ist. Man sieht, wann er langsamer wird, wann der Druck der Kreide nachlässt oder sich verstärkt, wie kurze Unterbrechungen während des Gehens Knicke und Schleifen entstehen lassen und wie sich die Linien gegenseitig annähern, sich berühren und wieder auseinanderlaufen.

Künstler:in Factory

Künstler:in Ed Ruscha

wurde 1937 in Omaha in Nebraska in den Vereinigten Staaten geboren.

Was ist zuerst da: der Titel oder das Werk?

Das Zusammenspiel von Text und Bild ist nicht immer nur freundschaftlich oder ergänzend. Manchmal sind die beiden auch Rivalen. Schauen wir uns zum Beispiel unterschiedliche Titel von Kunstwerken an. Oft steht dort einfach „Ohne Titel“ oder sie helfen einem nicht wirklich beim Entschlüsseln des Werks, wenn sie nicht rein beschreibend sind, sondern in einem mehrdeutigen Verhältnis zu dem Werk stehen. Solche Titel finden wir zum Beispiel bei Alexandra Bircken, Louise Lawler oder Franz West. Welches ist der lustigste oder auch unverständlichste Titel eines Werkes, den du je gehört hast? Welche Funktionen erfüllen Titel? Und warum gibt es sie überhaupt?

Künstler:in Factory

Künstler:in Franz West

wurde 1947 in Wien geboren und starb dort 2012.

Künstler:in Factory

Künstler:in Louise Lawler

wurde 1947 in Bronxville im Bundesstaat New York in den Vereinigten Staaten geboren.

Kunstwerk Factory

Kunstwerk Jutta Koether, Fresh Aufhebung, 2004

Das Werk „Fresh Aufhebung“ besteht aus 170 Leinwänden, die immer das gleiche Format von 50 × 40 cm haben. Die Bilder sind im Laufe eines Jahres entstanden, wobei die Künstlerin Jutta Koether nie mehr als ein Bild aus der Serie pro Tag gemalt hat. Im Museum sind die mit schwarzer Acrylfarbe bemalten Leinwände dicht an dicht auf die Wände eines Raumes verteilt. Zu sehen sind blasse Schlieren, Kompositionen aus Punkten und Kreisformen oder düstere Wirbel.

Wie vielfältig ist dein Ausdruck?

Müssen Zeichen immer lesbar sein oder drücken sie auch auf andere Art etwas aus? Cy Twombly ist dafür bekannt, Schrift, Zeichen, Zeichnung, Linien und Kritzeleien so zu vermischen, dass wir immer wieder rätseln, ob die Linien ein Wort, einen Buchstaben, ein Motiv oder „nur" einen Strich bilden. Bevor wir schreiben lernen, kommunizieren wir mit Gesten – Kritzeleien – auf Papier. Glaubst du, dass wir damit bereits etwas ausdrücken wollen? Oder ist es pure Freude an der Bewegung, der Farbe und der Spur, die wir hinterlassen? Oder etwas ganz anderes? Probiere selbst aus, wie es sich anfühlt, ohne Worte zu schreiben.

Kunstwerk Factory

Kunstwerk Cy Twombly, Nini’s Painting, 1971

In dieser Arbeit sehen Cy Twomblys „Kritzeleien“ mit Kreide, Buntstift und Bleistift schon beinahe wie Schrift aus. Aus den Linienzügen meint man  einzelne Buchstaben und Worte herauslesen zu können – etwa die Namen Cy und Nini. Doch die geschwungenen Linien geben keine Botschaft preis.

Kunstwerk Factory

Kunstwerk Cy Twombly, Untitled (New York City), 1968

Wie eine Schiefertafel wirkt die Trockenheit der dunkelgrauen Bildfläche, ihre Größe gleicht der einer Schultafel. Darauf weiße unregelmäßige Linien und hellgraue Farbsprenkel. Die Linien in „Untitled (New York City)“ verlaufen in einem Zug vom linken bis zum rechten Bildrand. Jeder einzelne Strich registriert, dass und wie der Künstler an der Leinwand entlanggegangen ist. Man sieht, wann er langsamer wird, wann der Druck der Kreide nachlässt oder sich verstärkt, wie kurze Unterbrechungen während des Gehens Knicke und Schleifen entstehen lassen und wie sich die Linien gegenseitig annähern, sich berühren und wieder auseinanderlaufen.

Künstler:in Factory

Künstler:in Jutta Koether

wurde 1958 in Köln geboren.

Welche Kraft liegt in Graffitis?

Bilder und Texte im öffentlichen Raum sind ein gut eingespieltes Paar. Aber das Malen auf Wände ist nicht immer erlaubt. Deshalb arbeiten manche Street Art-Künstler:innen nachts und illegal und müssen mit hohen Bußgeldern rechnen, wenn sie beim Sprühen erwischt werden. Ihre verdichteten Text-Bild-Botschaften besitzen jedoch oft eine große Kraft. Inzwischen gibt es so viele Freund:innen der Street Art, dass einige Städte sie an bestimmten Orten erlauben und die Künstler:innen manchmal sogar dafür bezahlen. Verändert sich die Botschaft und die Geste des Graffitis, wenn es offiziell beauftragt wird oder sogar in einem Museum gezeigt wird? Welche Botschaften würdest du gerne bunt, groß und laut mit anderen Menschen in deiner Stadt teilen?

Künstler:in Factory

Künstler:in Jean-Michel Basquiat

wurde 1960 in New York in den Vereinigten Staaten geboren und starb dort 1988.

Kreativprojekt Factory

Kreativprojekt Urban und öffentlich!

Auf den Spuren des öffentlichen Raums - setze dein Thema in Szene.

Kunstwerk Factory

Kunstwerk Keith Haring, Untitled (Subway Drawing), 1983

Für seine „Subway Drawings“ (U-Bahn-Zeichnungen) nutzte Keith Haring leere Werbeflächen, auf deren dunklen Hintergrund er mit weißer Kreide in einem Zug die Umrisse seiner Hauptmotive zeichnete. Auf der rechten Seite des Bildes erscheinen die Umrisse zweier menschlicher Figuren in Comic-Pose und ein Fries aus krabbelnden Babys. Neben der Zeichnung befindet sich das Plakat, das ursprünglich daneben geklebt war: ein Werbeplakat für einen 3-D-Film mit dem Titel „The Man Who Wasn't There“ (Der Mann, der nicht da war).