Museum Brandhorst

Mike Kelley

Der 1954 in Detroit geborene Mike Kelley gehört der gleichen Künstlergeneration wie Robert Gober und Christopher Wool an, doch unterscheidet sich sein Werk durch die größere Experimentierfreude mit unterschiedlichen künstlerischen Medien. Nach dem Kunststudium in Michigan und Kalifornien beteiligte sich Kelley zunächst an Gruppenarbeiten oft performancehafter Natur. Ende der 1980er Jahre begann er, Stofftiere für seine Arbeiten zu benutzen, die sich für seinen gesellschaftskritischen und oft konzeptualistischen Ansatz gut eigneten und schnell internationalen Erfolg brachten. Der Künstler ist am 31. Januar 2012 im Alter von 57 Jahren verstorben.

Die wichtigsten Werkphasen Kelleys sind in der Sammlung Brandhorst mit eindrucksvollen Werken vertreten: die an Comics anknüpfenden frühen Blätter, in denen er amerikanische Mythen kritisch beleuchtet; Installationen mit Stofftieren, welche aus den so vertrauten Kuscheltieren ein unheimliches Element hervorkitzeln. In jüngeren multimedialen Rauminstallationen ruft die Oberflächenästhetik einer unterschwelligen Bedrohung eine befremdliche Stimmung hervor. Mit dem Objekt „The Keep“ (1998) besitzt die Sammlung ein Hauptwerk Kelleys, das ein kulturgeschichtliches Motiv (die Hütte in Henry David Thoreaus „Walden"; Harriet Beecher Stowes „Onkel Toms Hütte", oder die Hütte als Refugium des Una-Bombers) verwendet, um Ereignisse der amerikanischen Gegenwart aus historischer Sicht zu beleuchten.

Mike Kelley | Dialogue #3, 1991
		© VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Mike Kelley | Dialogue #3, 1991



© VG Bild-Kunst, Bonn 2014