Museum Brandhorst

John Chamberlain

1927 in Rochester im US-Bundesstaat Indiana geboren, erhielt der Bildhauer John Chamberlain seine Kunstausbildung zunächst in Chicago, um dann ein Jahr am Black Mountain College zu verbringen, wo er mit einigen der wichtigsten Künstlern und Literaten seiner Zeit Bekanntschaft machte. Als er 1957 nach New York zog, entwickelte er die für sein Werk typische Ästhetik mit verbeulten, verschiedenfarbigen Autoteilen, durch die er zu einem Protagonisten der Junk Art wurde. Nachdem er in den späten 1960er Jahren mit Film experimentiert und in den 1970er Jahren auch druckgraphische Prozesse für sich entdeckt hatte, erweiterte er seit den 1980er Jahren die Bandbreite seiner skulpturalen Werkstoffe. John Chamberlain ist im Dezember 2011 im Alter von 84 Jahren in New York verstorben.

In der Sammlung Brandhorst sind verschiedene Aspekte aus Chamberlains Schaffen vertreten, neben frühen monochromen, lackierten und unlackierten Autostahl-Plastiken auch kleinformatige bunte Wandreliefs sowie zwei Blätter aus der Serie „Gondola“ (1982). Mit „Lord Suckfist“ (1989) bewahrt das Museum Brandhorst eines der Hauptwerke John Chamberlains. Die allansichtige Plastik vereint Karosserieteile verschiedener Autos und verknautscht diese scheinbar leicht und doch kunstvoll zu einem ästhetisch ansprechenden und abwechslungsreichen Gebilde. Dass dieses Objekt keiner Zufälligkeit und keinem „Unfall“ zu verdanken ist und dass somit Chamberlains Skulpturen stets oberflächliche und unterschwellige Bezüge in sich vereinen, belegt auch der Titel, der auf eine lächerliche Figur in dem Renaissance-Romanzyklus „Pantagruel“ von François Rabelais anspielt.

John Chamberlain | Lilith  (Vollmond, Viertelmond und Neumond), 1967-68 Galvanisiertes Metall; 3-teilig Foto: Bayerische Staatsgemäldsammlungen
		© VG Bild-Kunst, Bonn 2013

John Chamberlain | Lilith (Vollmond, Viertelmond und Neumond), 1967-68

Galvanisiertes Metall; 3-teilig

Foto: Bayerische Staatsgemäldsammlungen
© VG Bild-Kunst, Bonn 2013