Museum Brandhorst

Jannis Kounellis

Der gebürtige Grieche Jannis Kounellis ging 1956 als Zwanzigjähriger zum Kunststudium nach Rom, wo er bis heute lebt. Bereits 1967 nahm Kounellis an der Ausstellung „Arte Povera e Spazio IM“ in Genua teil, die ihn als bedeutenden Vertreter der Arte Povera etablierte. Kounellis erweitert in seinem Werk das Spektrum künstlerischer Mittel um vermeintlich banale oder krude Alltagsgegenstände. Auch ephemere Phänomene wie Rauch oder lebende Tiere sind ihm in seiner Arbeit nicht fremd. Von den Beschränkungen der flachen Leinwand löste sich Kounellis immer wieder, geht es ihm doch oft darum, die Produktions- wie Präsentationsbedingungen von Kunst zu befragen. Seit 1993 lehrt er an der Kunstakademie Düsseldorf.

Obwohl die Mehrzahl der über zwanzig Werke in der Sammlung Brandhorst zweidimensional ist, bezieht die Auswahl auch Kounellis’ plastisches Schaffen mit ein. Neben frühen fragil-lyrischen Arbeiten auf Papier finden sich Leinwandgemälde der für den Künstler wichtigen 1960er Jahre, figurative Aquarelle aus den 1970er Jahren und eine Collage auf Stahl aus den 1980ern. Mit dem Objekt „Ohne Titel“ (1980) setzt Kounellis einen ausgestopften, farbbesprenkelten Papagei auf den Rand eines Farbtopfes und platziert das Gefäß auf zwei Gesamtausgaben der Lyrik Arthur Rimbauds.
Die Sammlung Brandhorst besitzt mit dieser Arbeit ein in seiner vielschichtigen und humorvoll-subversiven Verweiskraft charakteristisches wie besonders zugängliches Werk.

Jannis Kounellis | Untitled, 1964 Öl auf Leinwand190 x 230 cm Foto: Haydar KoyupinarCourtesy of Jannis Kounellis
Jannis Kounellis | Untitled (Rimbaud), 1980 Farbtopf, bemalter Papagei, Pinsel, Bücher 37 x 23 x 24 cm Foto: Haydar KoyupinarCourtesy of Jannis Kounellis

Jannis Kounellis | Untitled, 1964

Jannis Kounellis | Untitled (Rimbaud), 1980

Öl auf Leinwand
190 x 230 cm

Foto: Haydar Koyupinar
Courtesy of Jannis Kounellis
Farbtopf, bemalter Papagei, Pinsel, Bücher
37 x 23 x 24 cm

Foto: Haydar Koyupinar
Courtesy of Jannis Kounellis