Museum Brandhorst

Dan Flavin

Das Markenzeichen des 1933 in New York City geborenen Dan Flavin, einem der Hauptvertreter der amerikanischen Minimal Art, ist die Verwendung von Leuchtstoffröhren für seine fluoreszierenden Lichtinstallationen. Nach seinem Highschool-Abschluss absolvierte Flavin zunächst eine Ausbildung zum Flugwetter-Meteorologen bei der amerikanischen Luftwaffe und war 1954/55 in Südkorea tätig. Zurück in New York studierte er Ende der 50er Jahre an der New School for Social Research und an der Columbia University Kunstgeschichte und arbeitete anschließend in verschiedenen New Yorker Museen. Als Künstler ist er Autodidakt. Flavin verwendete 1961 erstmals Glühbirnen für seine Arbeiten und konzentrierte sich ab 1963 ausschließlich auf die Herstellung von Lichtinstallationen mit Leuchtstoffröhren. Bis zu seinem Tod 1996 in Riverhead/New York beschäftigte sich Flavin in seinen Lichtobjekten systematisch mit der raumverändernden Wirkung von Licht und Farbe.
Mit sieben farbigen sowie weißen Lichtarbeiten seiner sog. „installations in fluorescent light“ deckt die Sammlung Brandhorst die Schaffensperiode Flavins von 1964 bis 1990 ab. Neben der frühen Arbeit „Untitled“ (1964), deren grüne und pink leuchtende Röhren noch wie Bilder plan an der Wand angebracht sind, befindet sich darunter auch eine raumgreifende Arbeit („Untitled“, 1966), deren neun gleißend weiße Leuchtstoffröhren die Wand und den Boden wie ein Scharnier zusammen zu halten scheinen. Zusätzlich verfügt die Sammlung über ein Werk aus der über 35 Arbeiten umfassenden, berühmten Werkgruppe „’monuments’ for V. Tatlin“ (1964–82), die Flavin dem russischen Künstler und Konstruktivisten Wladimir Tatlin gewidmet hat.

Dan Flavin | Ohne Titel, 1966 Plastik, Leuchtstoffröhren, cool white Foto: Museum Brandhorst, Nicole Wilhelms© Estate Dan Flavin, VG Bild-Kunst 2013

Dan Flavin | Ohne Titel, 1966

Plastik, Leuchtstoffröhren, cool white

Foto: Museum Brandhorst, Nicole Wilhelms
© Estate Dan Flavin, VG Bild-Kunst 2013