Museum Brandhorst

Ökologie

Was bislang im Museumsbau technisch realisiert wurde, ist heute nicht mehr finanzierbar und angesichts des globalen Klimawandels auch nicht mehr zu vertreten. Das Museum Brandhorst ist einer der ersten, wenn nicht der erste Museumsbau mit einem ganzheitlichen und nachhaltigen ökologischen Konzept.

Dieses lässt sich insbesondere am Klima- und Lichtkonzept sowie an der Fassadengestaltung ablesen. Die in vielen Bauten mittlerweile notwendigen Klimaanlagen mit der dafür erforderlichen Kältetechnik geben meist große Mengen an ungenutzter Energie an die Umwelt ab. Zu diesem Effekt tragen auch im Erdreich verlegte Fernwärmeleitungen sowie tiefgründende, wärmeabgebende Bauwerke bei. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre erwärmt sich besonders in innerstädtischen Gebieten das Grundwasser auf Werte von bis zu 20°C oder mehr. Auch im näheren Umfeld des Museums ist das Temperaturniveau ähnlich hoch. Was lag daher näher, als die vorhandene Wärmeenergie des Grundwassers mittels Wärmepumpentechnik zu nutzen; positiver ökologischer Nebeneffekt: Rückführung von gekühltem Wasser in den Grundwasserkreislauf. Durch Einsatz dieser Technologie zusammen mit der Bauteilaktivierung spart das Museum Brandhorst gegenüber einem konventionell klimatisierten Museum mit den gleichen konservatorischen Anforderungen an ein stabiles Klima rund 26% der elektrischen und bis zu 50% der thermischen Energie. In summa: 390 Tonnen weniger CO2 Ausstoß pro Jahr.


Energieeffizienz
Die bereits beschriebene Quelllüftung bietet nicht nur museumstechnische Vorteile, sondern spart auch Energie. Im Gegensatz zur konventionellen Mischlüftung verteilt sie die konditionierte Luft mit weit niedrigeren Luftgeschwindigkeiten und benötigt so geringere Ventilatorleistungen sowie um 50% reduzierte Luftmengen. Für Besucher störende Zugerscheinungen und eine Verschmutzung der Oberflächen der ausgestellten Exponate werden so vermieden.

Die Bauteilaktivierung ermöglicht zudem im Vergleich zu konventionell klimatisierten Museumsräumen geringere Raumtemperaturen. Dieser Effekt ist vom Kachelofen bekannt. Der Besucher empfindet die Galerie, in der er sich gerade befindet, trotz geringerer Lufttemperaturen als gleichmäßig und angenehm warm.

Auch in Sachen Außenverglasung beschreitet das Museum Brandhorst einen neuen Weg: Die durch die Sonneneinstrahlung erzeugte Wärme muss in konventionellen Bauten durch energiefressende Lüftungen wieder nach außen geschafft werden. Im Museum Brandhorst dagegen reduziert die klug gewählte Außenverglasung über den Galerien des Obergeschosses nicht nur den direkten Einfall des Sonnenlichts, sondern vor allem die Aufheizung der darunter liegenden Räume. Weitere Energie wird eingespart, indem die verbrauchte Raumluft aus den Galerien bis zu den eingehängten Lichtdeckenelementen aufsteigt und so das Zwischendach mitklimatisiert.