
Stellvertretend für die Literaten und Freunde, deren Werke Picasso mit Grafiken ausstattete, wurde im Rahmen einer Veranstaltung am 15.02.2011 der Blick auf René Char (1907–1988) gelenkt, den Albert Camus für den „bedeutendsten Lyriker Frankreichs“ hielt.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung des Werks „Le Marteau sans Maître“ („Der herrenlose Hammer“) von Pierre Boulez.
Eingerahmt wurde das Konzert des Münchner Kammerorchesters, der Münchner Philharmoniker und des Ensembles trioLog durch die Lesung verschiedener Gedichte René Chars durch Stefan Hunstein und einer Performance am Bass („Allégeance“) durch den französischen Improvisationsmusiker Bruno Chevillon sowie die Aufführung der „Anspielung“ von Josef Anton Riedl.
Werner Spies, seit fast einem halben Jahrhundert als Kritiker für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, ist zweifellos seit langem der wichtigste kulturelle Vermittler zwischen Frankreich und Deutschland. Er hat sich als Ausstellungskurator und Direktor des Musée national d’art moderne, Centre Georges Pompidou (1997-2000) intensiv um das Œuvre vieler großer Künstler des 20. Jahrhunderts bemüht und diese nicht nur in zahllosen, teilweise epochalen Ausstellungen vergegenwärtigt, sondern auch in einer Fülle von profunden Aufsätzen und Büchern analysiert. Das Gespräch mit Armin Zweite, langjähriger Direktor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und seit 2008 Direktor der Sammlung Brandhorst, thematisierte die Bedeutung Picassos für die Kunst des 20. Jahrhunderts und lenkte dabei auch den Blick auf das immense graphische Oeuvre, das im Mittelpunkt der Ausstellung im Museum Brandhorst stand. In den Abend führte Carla Schulz-Hoffmann ein, ehem. stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.
„Fümms bö wö tää zää …", so ließ Kurt Schwitters 1921 seine berühmte „Ur sonate" anheben. Sie gilt bis heute als ein Hauptwerk der Lautpoesie, in der die Sprache von jeglichen semantischen Zwängen befreit und mit anarchischer Phantasie in pure Lautlichkeit, zwischen Literatur und Musik, verwandelt wird. Eine der bedeutendsten Schriften zum Thema, „Poesie de mots inconnus“ von 1949, enthält alle bis dahin entstandenen Hauptwerke der Lautpoesie. Versehen auch mit Grafiken Picassos wurde sie im Rahmen der Ausstellung „Picasso Künstlerbücher" gezeigt und war Anlass für einen amüsanten, der Lautpoesie gewidmeten Abend mit dem rezitierenden Lautkünstler Valeri Scherstjanoi und mit einer Filmvorführung von Josef Anton Riedls Musikstück „Papermusic".