Museum Brandhorst

Ed Ruscha. Bücher & Bilder

seit 06. Juni 2013

Museum Brandhorst | Kunstareal München
© Ed Ruscha, Courtesy of the artist and Gagosian Gallery

Ed Ruscha, 1937 geboren, bezieht seine ästhetischen Inspirationen aus Massenmedien und Filmen sowie aus den urbanistischen Besonderheiten von Los Angeles. In stilisierter Form malt er Firmensignets, Tankstellen und Kaufhäuser. Hinzu kommen Gebrauchsgegenstände, Landschaften, Logos, Slogans oder einzelne Worte. Dabei geht Ruscha der Frage nach, inwieweit sich spezifische Assoziationen durch Typografie, Gesamtform und Farbe evozieren lassen. Neben die Gemälde mit industriellen Bauten oder Wörtern treten seine Bücher. Der Künstler selbst produziert, verlegt und vertreibt seit den 1960er Jahren die schmalen Bände, die außer Titeln und Ortsangaben meist nur eine Folge von Schwarz-Weiß-Fotos enthalten. Ruschas zentrales Thema ist das Verhältnis von Wort und Bild.

Dieser Aspekt bestimmt auch die neue Sammlungspräsentation im Museum Brandhorst. Dabei stehen die drei Neuerwerbungen"Old Book Then" (2011), "Old Book Today" (2011-2012) und "Old Book With Wormholes" (2012) im Zentrum. Ergänzt werden diese drei großen Memento mori-Bilder durch acht kleinere Gemälde und fünf Fotos, die der Künstler der Udo und Anette Brandhorst Stiftung geschenkt hat. Zusammen mit Ruschas eigenen Publikationen (auch sie teilweise Schenkungen) bilden die Darstellungen einen geschlossenen thematischen Komplex, der einen Zeitraum von 50 Jahren umfasst und die große Anzahl der Künstler-Bücher der Sammlung Brandhorst auf eindrucksvolle Weise erweitert.

Rätselhafte Kunst der Leere Bilder und Bücher des amerikanischen Künstlers Ed Ruscha im Museum Brandhorst
Ein anderes Buch, in dunkelrotes Leinen gebunden, ist meisterlich genau gemalt auf grobe Leinwand, mitsamt den Wasserflecken auf dem Einband – und der Bilderrahmen umschließt in einer rechtwinkligen Ausbuchtung das echte Buch, das das Modell abgab. Oder ist es umgekehrt – stand das Gemälde Modell für das Buch, dem Alterungsspuren aufgedrückt wurden? Was war zuerst – Das Ding oder das Bild? Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Fragen, die jeder Betrachter nur für sich beantworten kann in dieser spannenden Ausstellung. […]
Donaukurier vom 10.06.2013, Annette Krauß

Unterm Bücherberg Ja was nun? Das Museum Brandhorst zeigt „Bücher und Bilder“ des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Ed Ruscha – und man kann sich nie ganz sicher sein, was gerade gemeint ist […] Durchaus verspielt, oft genug amüsant, selten durchschaubar. Denn die Schwarz-Weiß-Fotografien und Abbildungen scheinen keinem Konzept zu folgen. Ruschas Buchprojekte machten allerdings Schule, auch das ist in der Ausstellung schön zu verfolgen. Und sie üben eine kuriose Faszination aus. […]
Abendzeitung vom 27.06.2013, Christa Sigg

Bücher über brennende Bücher verbrennen Eine Ausstellung in München widmet sich den Bilderheften des amerikanischen Popkünstlers Ed Ruscha und dessen Epigonen
[…] Im Museum Brandhorst, das eine außergewöhnlich reiche Sammlung an Künstlerbüchern bewahrt, fühlt Ruscha seine Foliantenbilder offenbar bestens aufgehoben, jedenfalls schenkte er eine Reihe kleinerer Arbeiten zum Buchthema dazu, darunter seine Fotobücher. Die hängen jetzt zum Durchblättern an den Wänden und eröffnen den zweiten Teil der von Bob Monk zuerst bei Gagosian in New York inszenierten Schau: Wahrhaft eine Lawine von Hommagen, Kopien, Transformationen, Persiflagen, in denen Ruschas Bücher in Aufmachung und Typographie inszeniert werden. […] 
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.08.2013, Brita Sachs