Museum Brandhorst

Ed Ruscha. Books & Co

06. Juni bis 22. September 2013

Museum Brandhorst | Kunstareal München
© Ed Ruscha, Courtesy Gagosian Gallery

Ed Ruscha, 1937 geboren, verkörpert eine spezifische Richtung der Pop Art. Nicht nur seine panoramaartigen Landschaften des amerikanischen Westens und seine Wort-Bilder machten ihn bekannt, sondern auch seine Bücher. Der Künstler selbst produzierte, verlegte und vertrieb die schmalen Bände. Sie enthalten außer Titeln und Ortsangaben meist nur eine Folge von Schwarz-Weiß-Fotos. Den Anfang machten 1962 Twentysix Gasoline Stations, die Ruscha  am Highway 66 zwischen Oklahoma und Los Angeles aufgenommen hatte. Es folgten Various Small Fires (1964), Some Los Angeles Apartments (1965), Every Building on the Sunset Strip (1966) usw.  Obwohl sich Ruschas Bücher keiner der gängigen Gattungen wie Dokumentation, Reportage oder Kunstbuch zuordnen lassen, war ihre Resonanz ganz außerordentlich. Vor allem im Rahmen der Appropriation Art (einer Kunst der Aneignung) avancierte der Künstler zur bewunderten Leitfigur. Das spiegelt sich in einer Fülle von Künstlerbüchern wieder. Das Spektrum reicht von persiflierender Nachahmung und ironischer Ausweitung der Sujets bis zur Kopie von Typographie und Design. Ruschas Indifferenz und seine betonte Neutralität in der Auswahl der Themen wird allerdings bei einer jüngeren Künstlergeneration gelegentlich von der Demonstration politischen Bewusstseins und Engagements abgelöst. Dennoch bleibt die Frage, was die nachhaltige Rezeption von Ruschas epochalen Büchern motiviert hat. Eine Antwort darauf versuchen die Ausstellung und eine materialreiche Publikation zu geben.

Rätselhafte Kunst der Leere
Bilder und Bücher des amerikanischen Künstlers Ed Ruscha im Museum Brandhorst
[…] Ein anderes Buch, in dunkelrotes Leinen gebunden, ist meisterlich genau gemalt auf grobe Leinwand, mitsamt den Wasserflecken auf dem Einband – und der Bilderrahmen umschließt in einer rechtwinkligen Ausbuchtung das echte Buch, das das Modell abgab. Oder ist es umgekehrt – stand das Gemälde Modell für das Buch, dem Alterungsspuren aufgedrückt wurden? Was war zuerst – Das Ding oder das Bild? Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Fragen, die jeder Betrachter nur für sich beantworten kann in dieser spannenden Ausstellung. […] Donaukurier vom 10.06.2013, Annette Krauß

Unterm Bücherberg
Ja was nun? Das Museum Brandhorst zeigt „Bücher und Bilder“ des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Ed Ruscha – und man kann sich nie ganz sicher sein, was gerade gemeint ist
[…] Durchaus verspielt, oft genug amüsant, selten durchschaubar. Denn die Schwarz-Weiß-Fotografien und Abbildungen scheinen keinem Konzept zu folgen. Ruschas Buchprojekte machten allerdings Schule, auch das ist in der Ausstellung schön zu verfolgen. Und sie üben eine kuriose Faszination aus. […]Abendzeitung vom 27.06.2013, Christa Sigg

Bücher über brennende Bücher verbrennen
Eine Ausstellung in München widmet sich den Bilderheften des amerikanischen Popkünstlers Ed Ruscha und dessen Epigonen
[…] Im Museum Brandhorst, das eine außergewöhnlich reiche Sammlung an Künstlerbüchern bewahrt, fühlt Ruscha seine Foliantenbilder offenbar bestens aufgehoben, jedenfalls schenkte er eine Reihe kleinerer Arbeiten zum Buchthema dazu, darunter seine Fotobücher. Die hängen jetzt zum Durchblättern an den Wänden und eröffnen den zweiten Teil der von Bob Monk zuerst bei Gagosian in New York inszenierten Schau: Wahrhaft eine Lawine von Hommagen, Kopien, Transformationen, Persiflagen, in denen Ruschas Bücher in Aufmachung und Typographie inszeniert werden. […]
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.08.2013, Brita Sachs