Museum Brandhorst

Cy Twombly. Photographien 1951–2010

6. April bis 10. Juli 2011

Museum Brandhorst | Kunstareal München
© Cy Twombly Foundation

Cy Twombly, einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit, ist vor allem durch seine Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen weltweit bekannt geworden. Sein umfangreiches photographisches Œuvre wurde bislang jedoch kaum wahrgenommen. Eine ca. 120 Photographien umfassende Auswahl aus 60 Jahren machte nun erstmals in größerem Rahmen die besondere Sichtweise und die motivische Vielfalt des Künstlers anschaulich. Neben Blumenstillleben und Landschaften faszinierten die Atelieraufnahmen. Sie vor allem zeigen, welches Licht und welche Atmosphäre Twombly im Medium Photographie für das eigene Werk bevorzugt. Die Ausstellungstournee startete im Museum Brandhorst, wo sich wie sonst nirgendwo in Europa ein umfassender Einblick in das Schaffen des amerikanischen Malers gewinnen lässt.

Vortrag über Cy Twombly am 12. April 2011
Erstmals in Deutschland wurden im Museum Brandhorst über 100 Photographien von Cy Twombly in der Ausstellung „Cy Twombly. Photographien 1951 - 2012" gezeigt. Aus diesem Anlass fand der Vortrag „Cy Twomblys neuester Coup: die Photographie" von Achim Hochdörfer statt, der auf die Themen und die stilistischen Besonderheiten der Aufnahmen ebenso einging wie auf das Verhältnis der Photographien des Künstlers zu seinen anderen Werkgattungen, das heißt seinen Gemälden, Skulpturen und Arbeiten auf Papier.

Cy Twombly Photographie 1951-2010. Schirmer/Mosel. Mit einem Text von Hubertus von Amelunxen. 180 Seiten, 107 Farbtafeln. Format: 24 x 32 cm
Gebunden im Buchhandel 58,00 € - Broschiert im Museumsshop 38,00 €.

„Die auratische Kunst, behauptete einst Walter Benjamin, verschwindet im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit. Cy Twomblys Arbeiten sind der Beweis, dass diese These nicht stimmt. (…) Was auf den ersten Blick verblüfft, wenn man das rauschhafte, expressiv farbentrunkene, überdimensionierte malerische Spätwerk Twomblys im Obergeschoss des Museums vor Augen hat, ist die Intimität, das Scheue dieser kleinformatigen Foto-Studien.“ 
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gabriele Mayer

„Was für eine Schönheit! Da tanzt die Kamera um die Blumen als wäre sie trunken von deren Anmut. Umkreist die prallen Tulpen von allen Seiten, guckt in ihre Blüten und kann ihr Gegenüber doch nicht fassen. (…) Ist das nicht zu schön? Wenn jetzt das Museum Brandhorst in München zum ersten Mal eine Museumsausstellung einzig und allein den Fotografien von Cy Twombly widmet […] wird wohl manchem Betrachter dieser Gedanke durch den Kopf schießen. Schließlich stand hier jemand vor der Kamera, der viele Jahre lang wilde Kritzeleien, seltsame Zeichen und störrische Linien so ungestüm über die Leinwand gejagt hat.“ 
Süddeutsche Zeitung, Laura Weissmüller

„Man taucht hinab in eine helle Welt von betörender Schönheit. Sie ist schlicht und irisierend, von Licht durchflutet und doch eigenartig matt. Sie duftet sozusagen vom hellen Licht des Südens. Langsam und leise, meint man zu spüren, ist diese Welt, leicht lethargisch, von einer trunken lasziven Erotik. Man scheut sich hier etwas anzufassen. Kaum wagt man das Zarte auch nur zart zu berühren. Schon intensives Schauen erscheint obszön, wobei man doch in einer Ausstellung nichts anderes tut. Eine in verhaltener Glut ersterbende Welt ist es, melancholisch, von einer lichten Schönheit.“
Frankfurter Rundschau, Peter Michalzik

„Die Münchener Ausstellung mit 102 Photos von Cy Twombly war sinnlich und zugleich sehr durchdacht aufgebaut: Hierüber vergaß man gerne, dass sie zwar einen Querschnitt, aber keinen Überblick über Twomblys Photographien bot.“ „Die Ausstellung bot ein unvergleichliches Seherlebnis, das in der heutigen Kunstlandschaft in seiner anachronistischen, verinnerlichten Form einzigartig dasteht. Die photographischen Drucke von Twombly sind dem Blick des Orpheus zurück auf Eurydike vergleichbar: sie vereinen die Trauer über das Entschwindende und die Feier des Gerade-noch-Festhaltens verglimmender Schönheit.“ 
Kunstchronik Nr. 64, Thierry Greub

„Als Maler hinterließ Cy Twombly grafische Spuren auf Papier und Leinwand. Diese Flüchtigkeit des Augenblicks vermitteln auch seine Fotografien. „Lichtschriften“ hat Hubertus von Amelunxen sie treffend in seinem einführenden Essay in dem Katalogbuch zur Ausstellung im Münchner Museum Brandhorst genannt.“ 
ART - Das Kunstmagazin, Cornelia Gockel

„Eine sehr feinsinnige Schau im Münchner Museum Brandhorst zeigt nun die eher unbekannte Seite seiner Kunst und präsentiert erstmals in Deutschland 120 seiner Fotografien, entstanden in einem Zeitraum von 60 Jahren.“ 
Die Rheinpfalz, Thomas Senne