Museum Brandhorst

Ökologie

Was bislang im Museumsbau technisch realisiert wurde, ist heute nicht mehr finanzierbar und angesichts des globalen Klimawandels auch nicht mehr zu vertreten. Das Museum Brandhorst ist einer der ersten, wenn nicht der erste Museumsbau mit einem ganzheitlichen und nachhaltigen ökologischen Konzept.

Dieses lässt sich insbesondere am Klima- und Lichtkonzept sowie an der Fassadengestaltung ablesen. Die heute notwendigen Klimaanlagen mit der dafür erforderlichen Kältetechnik geben meist große Mengen an ungenutzter Energie an die Umwelt ab. Hierzu tragen auch im Erdreich verlegte Fernwärmeleitungen sowie tief gründende, wärmeabgebende Bauwerke bei. Zu Lasten des mikrobiologischen Gleichgewichtes erwärmt sich in innerstädtischen Gebieten das Grundwasser heute auf Werte von über 20°C. Auch im näheren Umfeld des Museums ist das Temperaturniveau ähnlich hoch. Die vorhandene Wärmeenergie des Grundwassers wird deshalb für das Museum Brandhorst genutzt: Wärmepumpen entziehen dem Grundwasser seine Energie, was der Ökologie zugute kommt, und machen diese für die Temperierung des Museum Brandhorst nutzbar.

Die bereits beschriebene Quelllüftung bietet nicht nur museumstechnische Vorteile, sondern spart auch Energie. Im Gegensatz zur konventionellen Mischlüftung verteilt sie die konditionierte Luft mit weit niedrigeren Luftgeschwindigkeiten und benötigt damit geringere Ventilatorleistungen sowie um 50% reduzierte Luftmengen. Für Besucher störende Zugerscheinungen und eine Verschmutzung der Oberflächen der ausgestellten Exponate werden so vermieden.

Auch in Sachen Außenverglasung beschreitet das Museum Brandhorst einen neuen Weg: Die durch die Sonneneinstrahlung erzeugte Wärme muss in konventionellen Bauten durch energiefressende Lüftungen wieder nach außen geschafft werden. Im Museum Brandhorst dagegen reduziert die klug gewählte Außenverglasung über den Galerien des Obergeschosses nicht nur den direkten Einfall des Sonnenlichts, sondern vor allem die Aufheizung der darunter liegenden Räume. Weitere Energie wird eingespart, indem die verbrauchte Raumluft aus den Galerien bis zu den eingehängten Lichtdeckenelementen aufsteigt und so das Zwischendach mitklimatisiert.

Aber auch die neuartige Fassade des Museum Brandhorst liefert einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltbedingungen. Wie auch in anderen belebten Großstädten, setzt der stete Verkehrslärm den Bewohnern des Viertels zu. Die aus einem perforierten, gefalteten Blech und den davorgehängten 36.000 Stäben ausgeformte Fassade wirkt dieser Lärmbelastung entgegen: Sie schluckt Schall und reduziert so den Verkehrslärm der umliegenden Straßen.

Eine wohl überlegte Bauphysik und moderne Technologien verwirklichen optimale Bedingungen – Voraussetzung für den langfristigen Erhalt der wertvollen Exponate der Sammlung Brandhorst. Die Betreiber des Hauses, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und das ihnen angeschlossene Doerner Institut, verfolgen so nicht nur ihre Politik eines „Stable is safe“, sondern in ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung auch zwingende ökologische Ziele: ein nachhaltig reduzierter Energieverbrauch im elektrischen sowie thermischen Bereich und ein im Vergleich zu herkömmlichen Museumsbauten deutlich geringerer CO2-Ausstoß.

Aussenansicht Detail Fassade