Museum Brandhorst

Museumstechnik

Das Museum Brandhorst birgt eine Fülle von Technik, die für den Besucher unsichtbar bleibt. Die empfindlichen Kunstwerke der Sammlung Brandhorst müssen vor Klimaschwankungen, Staub sowie vor mechanischer Beschädigung oder Diebstahl geschützt werden. Raumklima, Luftreinheit, Lichtschutz und Sicherheit bilden dabei ein ganzheitliches Konzept, das ebenso nachhaltig wie ökologisch angelegt ist. Die jahrzehntelange Erfahrung des Doerner Institutes in Fragen des Museumsbaus trug hier in enger Zusammenarbeit mit den Architekten, Baubehörden und Planern wesentlich zu einem innovativen Konzept bei.

Während konventionell klimatisierte Museumsbauten mit Luft heizen und kühlen, nutzt das Museum Brandhorst die Wände und Böden zur Regulierung der Raumtemperatur. Durch diese sogenannte Bauteilaktivierung wird eine hohe Temperaturkonstanz erzielt.

Im Vergleich zu konventionell klimatisierten Museumsräumen ermöglicht sie zudem geringere Raumtemperaturen. Dieser Effekt ist vom Kachelofen bekannt. Der Besucher empfindet die Galerie, in der er sich gerade befindet, trotz geringerer Lufttemperaturen als gleichmäßig und angenehm warm.

Den Luftaustausch übernimmt eine Quelllüftung: Entlang der Wände finden sich Lüftungsgitter, durch die konditionierte Luft in den Galerieraum gelangt. Die Filterung der zugeführten Frischluftanteile verhindert, dass gas- und partikelförmige Luftschadstoffe die empfindlichen Oberflächen der Kunstwerke angreifen. Darüber hinaus übernimmt die Quelllüftung die Regulierung der relativen Feuchte, deren Konstanz für den Erhalt der wertvollen Exponate wichtig ist.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist das lichttechnische Konzept: Im Museum Brandhorst wird Tageslicht der Vorzug vor Kunstlicht gegeben. Mit transparentem Kunststoff bespannte Elemente bilden Lichtdecken, die das optische Bild des Erdgeschosses wie auch der Galerien im Obergeschoss bestimmen. Diese Lichtdecken verteilen das diffuse Tageslicht ebenso wie das hinter den Lichtdecken versteckte Kunstlicht. Unsichtbare Lichtregelungselemente dosieren den Lichteinfall und verhindern hohe, für die ausgestellten Kunstobjekte schädliche Beleuchtungsstärken.

Die Sicherheit der Exponate wird durch ein mehrstufiges Konzept verbürgt, das von der Sicherung der Kunstwerke auf der Wand bis hin zu einer umfassenden Videoüberwachung reicht.

Innenansicht Treppenhaus